Welches sind die wichtigsten Untersuchungen zur Abklärung der Zeugungsfähigkeit?

Die Abklärung der Zeugungsfähigkeit stützt sich auf drei wesentliche Aspekte. Zum einen die Untersuchung der Frau mit den wichtigsten weiblichen Hormonen im Zyklus sowie eventuellen Antikörpern. Zum anderen wird die Fruchtbarkeit des Mannes untersucht, durch die Durchführung eines Spermiogramms. Ergänzend kommt ggf. auch eine Überprüfung der Eileiterdurchgängigkeit bei der Frau in Frage. All diese Untersuchungen können bei uns vor Ort erfolgen.

Was wird bei einem Hormonstatus der Frau alles abgeklärt?

In vielen Fällen besteht die ungewollte Kinderlosigkeit aufgrund einer Hormonstörung. Deshalb sollten prinzipiell sämtliche Hormone und Botenstoffe, die die Zeugungsfähigkeit beeinflussen können, zu Beginn einer Behandlung bestimmt und bewertet werden. Zu den wichtigsten Parametern gehören die weiblichen Hormone, Östrogen und Gelbkörperhormon sowie zentrale Steuerhormone der Hypophyse. Ergänzend sind auch Anti-Müller-Hormon sowie die männlichen Hormone und Schilddrüsenhormone.

Was ist das Anti-Müller-Hormon (AMH)?

Das Anti-Müller-Hormon (AMH) spiegelt die Reserve an Eizellen im Eierstock. AMH-Werte über 1,0 ng/ml weisen auf eine normale Ovarialreserve hin. AMH-Werte zwischen 0,1 bis 1,0 ng/ml können Ausdruck einer Subfertilität sein. AMH-Werte unter 0,1 ng/ml sprechen im Zusammenhang mit einer Amenorrhoe für eine Erschöpfung der Ovarialreserve.

Wie wertet man ein Spermiogramm aus?

Die Zeugungsfähigkeit des Mannes wird durch eine mikroskopische Untersuchung einer Samenprobe (Spermiogramm) bestimmt. Untersucht wird dabei die Konzentration, Beweglichkeit und Form und der Spermien. Zum einen erfolgt diese Bestimmung im Nativejakulat. Zudem wird eine spezielle Analyse (Swim-up-Test) durchgeführt, um beurteilen zu können, welche Spermienkonzentration faktisch für eine Befruchtung zur Verfügung steht. Durch diese Methode können wir bestimmen, wie viele Spermien bei der Eizelle zur Befruchtung ankommen. Wenn ein Spermiogramm geplant ist, empfehlen wir eine Karenzzeit von etwa 2-3 Tagen.

Wie kann man die Durchgängigkeit der Eileiter untersuchen?

Es gibt zwei etablierte Möglichkeiten zur Abklärung der Eileiterdurchgängigkeit. Zum einen die Bauchspiegelung (Laparoskopie). Zum anderen eine Ultraschall-Kontrast-Untersuchung (HyCoSy), welche heutzutage dreidimensional erfolgt. Die operative Abklärung durch Bauchspiegelung erfolgt im Rahmen einer ambulanten OP in Narkose.
Die Hystero-Kontrast-Salpingographie ist ein deutlich schonenderes Verfahren und wird seit vielen Jahren angewendet zur Diagnostik. Hierbei ist keine Narkose erforderlich, die Untersuchung ist sicher, unkompliziert und nebenwirkungsarm. Dabei wird ein Kontrastmittel durch die Eileiter gespült, während gleichzeitig ein vaginaler Ultraschall (3D) erfolgt. Ergänzend kann man bei dieser Untersuchung auch andere Veränderungen wie Polypen oder Myome abgrenzen.

Wie hoch sind die Erfolgschancen bei einer IVF/ICSI?

Die Schwangerschaftsraten sind abhängig vom Alter der Patientin. Die bundesweiten Daten aller Kinderwunschzentren werden jährlich im deutschen IVF-Register erfasst. Die Erfolgschancen pro Transfer lagen in den letzten Jahren relativ konstant bei ca. 40%. Ab 35 Jahren sinkt bei der Frau die Implantationswahrscheinlichkeit und damit auch die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit, theoretisch endet sie dann zwischen 45 und 50 Jahren.
Individuell können die Erfolgschancen natürlich auch höher liegen in Abhängigkeit sonstiger Rahmenbedingungen, wie Grunderkrankungen und Qualität der embryonalen Entwicklung.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass nach vier Behandlungszyklen mit IVF/ICSI die Erfolgswahrscheinlichkeit bei ca. 80-90% kumulativ liegt. Dies kann innerhalb eines Jahres erreicht werden.

Kann man die Chancen bei der ICSI verbessern?

Es gibt mehrere ergänzende Behandlungen im Rahmen einer ICSI. Zur Verfügung steht von Seiten des Embryos eine Verbesserung der Implantation durch Assisted Hatching. In manchen Fällen macht auch ein Blastozystentransfer Sinn. Zur Verbesserung der Einnistung an der Schleimhaut (Endometrium) gibt es einige medikamentöse unterstützende Behandlungen, welche im individuellen Fall ratsam sind. In manchen Fällen kann auch eine Behandlung durch Platelet Rich Plasma (PRP-Spülung) die Einnistungsbedingungen verbessern.

Was ist Assisted Hatching?

Die Embryonen sind von einer Kapsel namens zona pellucida umhüllt. In manchen Fällen ist diese zu dick oder zu zäh aufgrund des Alters der Frau und so kann das Schlüpfen des Embryos in der Gebärmutter erschwert sein. Am Tag des Embryotransfers erfolgt dann nach mehreren Messungen dieser zona eine Ausdünnung mittels Lastertechnik. Dies ist die exakteste Methode und die Gefahr den Embryo dabei zu verletzen ist praktisch ausgeschlossen.

Was ist eine Blastozystenkultur?

Die Blastozystenkultur ist die Kultur von befruchteten Eizellen in Kulturmedien bis ca. zum 5. Tag nach Befruchtung. In manchen Fällen ist es sinnvoll zu beobachten, wie sich die Embryonen tatsächlich entwickeln und zu beurteilen, welche die besten Chancen zur Einnistung haben.

Was ist eine Platelet Rich Plasma (PRP) -Spülung?

Eine optimal vorbereitete Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) ist eins der Schlüsselelemente für eine erfolgreiche Empfängnis und Einnistung. Es gibt nur wenige Methoden, die die Gebärmutterschleimhaut zum Wachstum anregen und die Einnistungsfähigkeit verbessern. Die Spülung der Gebärmutter mit aufbereitetem Eigenblut ist eine der effektivsten Methoden. Außer der Versorgung der Gebärmutterschleimhaut mit wichtigen Nährstoffen und Wachtumsfaktoren, werden durch eine Spülung mit Eigenblut auch Immunfaktoren aus der Gebärmutter entfernt, die eine Einnistung behindern können. Insbesondere wirkt diese Therapie auch sehr vorteilhaft bei versteckten Entzündungen des Endometriums (chronische Endometritis). Diese Entzündungen können auch unbemerkt vorhanden sein, unter anderem nach Fehlgeburten, Ausschabungen, Eileiterentzündungen (Chlamydien) oder langfristiger Anwendung einer Spirale zur Verhütung. Hier kann eine PRP-Spülung der Gebärmutter die Einnistung verbessern. Wir entnehmen zu diesem Zweck nur wenige Milliliter Blut von der Frau und bereiten es auf, anschließend wird das Plasma mit Hilfe eines dünnen, weichen Katheters wie bei einer Insemination in die Gebärmutter übertragen. Dieser Eingriff ist schmerzfrei.

Was ist eine Platelet Rich Plasma (PRP) -Injektion?

Die Methode mit Injektionen des eigenen plättchenreichen Plasmas (PRP) wird seit neuem auch in der Reproduktionsmedizin verwendet. Diese Therapie wird bereits seit längerer Zeit bei Verletzungen (Wundheilung), Operationen, kosmetischen Eingriffen oder Gelenkerkrankungen eingesetzt. PRP soll das Wachstum der Zellen sowie die Stromazellen im jeweiligen Gewebe anregen, in welches das PRP verabreicht wird. Weibliche Eierstöcke sollen mithilfe des PRP wieder vermehrt Eizellen reifen lassen können, welche dann zu Embryonen führen. Vor allem bei Patientinnen, wo auf natürlichem Wege die Eizellreifung nicht mehr möglich ist, aufgrund des Alters oder einer reduzierten Ovarialreserve. Die PRP-Injektion erfolgt im Zyklus vor oder in der geplanten Stimulationsbehandlung zur IVF/ICSI. Nach Desinfektion der Vagina mit Jod erfolgt die transvaginale Injektion. Hierfür wird eine Ultraschall-Vaginalsonde mit Führungshilfe in die Scheide eingeführt. Anschließend wird die Punktionsnadel durch die Führungshilfe vorgeschoben. Unter optischer Kontrolle über den Monitor des Ultraschallgerätes werden nun jeweils ca. 1,5 ml PRP subkortikal in das rechte und linke Ovar injiziert. Dieser Eingriff erfolgt in der Regel in einer kurzen Narkose.

Kann man mit Platelet Rich Plasma (PRP) die Eierstöcke verjüngen?

Es gibt die Möglichkeit, durch eine PRP-Injektion Follikelwachstum zu aktivieren, um auch bei nicht messbarer oder sehr geringer Ovarialreserve noch Eizellen gewinnen zu können. Eine Verjüngung der Ovarien ist dies allerdings nicht.

Darf ich während der Stimulation für eine IVF/ICSI Geschlechtsverkehr haben?

Ja, das dürfen Sie. Nachweislich kommt es nicht zu einer Verschlechterung der Follikelreifung, wenn man unter Stimulationsbehandlung Geschlechtsverkehr hat. Wichtig ist jedoch, dass nach Gabe der Auslösespritze aufgrund einer notwendigen Karenzzeit auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden sollte. Nach Embryotransfer bis zum Schwangerschaftstest ist Geschlechtsverkehr ebenfalls wieder erlaubt.

Darf ich während der IVF/ICSI-Therapie Alkohol trinken?

In der Schwangerschaft ist Alkohol nicht erlaubt, da dies mögliche negative Auswirkungen auf den Embryo hat. Solange Sie jedoch nicht schwanger sind, d.h. während der Stimulationsphase bis zum Embryotransfer ist gegen den Genuss von einem Glas Wein nichts einzuwenden. Übermäßiger Alkoholkonsum sollte selbstverständlich auch während dieser Zeit vermieden werden.

Kann ich die Termine in der Kinderwunschpraxis mit meiner Berufstätigkeit vereinbaren?

Ja, das kann man sehr gut. Im Rahmen eines Behandlungszyklus sind 3-4 Termine im Kinderwunschzentrum notwendig. Da fast alle unsere Patientinnen berufstätig sind und nur ungern am Arbeitsplatz über die aktuelle Behandlung sprechen möchten, sind unsere Termine hierbei sehr flexibel. An beiden Standorten Neuwied und Koblenz können Sie über den Tag verteilt, auch am späten Nachmittag, noch unkompliziert Termine, insbesondere Ultraschalluntersuchungen, stattfinden. Parkplätze sind an beiden Standorten ausreichend vorhanden. Am Tag der Eizellentnahme sowie zum Embryotransfer ist es möglich, eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu bekommen.

Wie können wir aktiv zum Behandlungserfolg beitragen?

Es gibt keine bestimmten Verhaltensmaßregeln, welche den Erfolg einer Kinderwunschbehandlung verbessern oder garantieren. Sinnvoll ist jedoch eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung. Auch übermäßiger Alkohol- oder Kaffeekonsum sollte eingeschränkt werden. Sportliche Bewegung ist allgemein ratsam, jedoch sicherlich nicht bis zur körperlichen Belastungsgrenze. Ebenso sollte selbstverständlich auf Nikotinkonsum während einer Kinderwunschbehandlung möglichst verzichtet werden. Unterstützend ist die Einnahme von Folsäure für die spätere gesunde Entwicklung des Kindes schon während einer Kinderwunschtherapie empfohlen.

Was ist Social Freezing?

Beim Social Freezing werden unbefruchtete Eizellen eingefroren, die anschließend in flüssigem Stickstoff bei -197 °C gelagert werden, bis eine Schwangerschaft gewünscht ist. Durch das Einfrieren wird der Alterungsprozess der Eizellen angehalten, sodass sie zum gewünschten Zeitpunkt in ihrer ursprünglichen Qualität befruchtet werden können. Als Mittel der aktiven und positiven Familienplanung setzt sich Social Freezing immer stärker durch. Die eingefrorenen Eizellen können zum gewünschten Zeitpunkt aufgetaut und befruchtet werden. So können Sie mithilfe des Social Freezings entspannt den für Sie ausgewählten Zeitpunkt für Ihr Wunschkind bestimmen.

Für wen kommt eine Behandlung mit Spendersamen in Frage?

Heterosexuelle und lesbische verheiratete Paare dürfen in Deutschland eine Samenspende, sowohl für die Insemination als auch eine künstliche Befruchtung in Anspruch nehmen. Zur Regelung der Elternschaft muss bei Verwendung von Samenzellen einer dritten Person die Vorstellung bei einem Notar erfolgen.

Kann ich in Deutschland Embryonen spenden?

In Deutschland ist die Eizellespende gesetzlich, durch das Embryonenschutzgesetz, verboten. Seit einigen Jahren gibt es eine Organisation im süddeutschen Raum, mit der Beteiligung von ca. 20 Kinderwunschzentren, bei der durch Erfüllung bestimmter Kriterien eine Spende beantragt werden kann. Leider wird diese Methode noch sehr zurückhaltend angenommen. In den meisten Fällen kommt eine Eizellspende für Frauen in Frage mit reduzierter Ovarialreserve (niedriger AMH-Wert), die somit keine Eizellen mehr entwickeln. Die Behandlung mit einer PRP-Injektion in die Eierstöcke kann eine Hilfe sein, bevor man sich für eine Eizellspende entscheidet, da dadurch noch vorhandene Eizellen reaktiviert werden können.

Ist eine Behandlung auch bei Unverheirateten möglich?

Ja, natürlich. Es ist allerdings so, dass gesetzlich versicherte Patienten (GKV) den per Gesetz festgelegten Bedingungen unterliegen und im §27a Sozialgesetzbuch V (SGB V) festgeschrieben ist, dass nur (miteinander verheiratete) Eheleute Anspruch auf Krankenkassenleistung haben. Natürlich können auch Unverheiratete grundsätzlich sämtliche Leistungsangebote wahr nehmen, allerdings mit dem Unterschied, dass sie die Behandlungen vollständig tragen müssen.

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